Seile aus Naturmaterialien flechten

Jegliches faseriges Material lässt sich durch Flechten in selbstgemachtes Seil verwandeln. Bei einem Waldspaziergang könntet ihr zum Beispiel von frischen Stöcken mancher Baum- und Strauchsorten dünne Streifen der Rinde flechten. Manche Grassorten eigenen sich auch, aber nur solche, die eher biegen als direkt zu brechen. Eine tolle Methode, das bereits altbekannte Wald- oder Wiesenstück mit ganz neuen Augen abzusuchen. Super geeignet ist auch das zähe Gras, dass auf Dünen wächst.

Warum es funktioniert

Hast du und deine Gruppe brauchbares Material gefunden, geht es ans Seile knüpfen. Werden die einzelnen Stränge verflochten verstärken sie sich gegenseitig. Ein Seil, das Zug ausgesetzt ist, wird enger und die einzelnen Fasern, aus denen es besteht werden dabei zusammengepresst. Das erhöht die Reibung zwischen den einzelnen Fasern und sorgt dafür, dass sich die Fasern sozusagen gegenseitig aneinander festhalten können, statt eine nach der anderen unter Zug zu reißen.

Neue Fasern einflechten

Um das Seil nun länger als die einzelnen Fasern werden zu lassen, legst du auf einen endenden Streifen den Anfang eines neuen Streifen der Rinde und flechtest die beiden Stränge für ein paar Flechtvorgänge zusammen. Wichtig dabei ist, dass diese „Verlängerungsstellen“ im Seil versetzt erscheinen. Sie stellen eine Schwachstelle dar und wenn immer nur einer der Stränge an einer bestimmten Stelle unterbrochen ist, können die beiden anderen durchgehenden Stränge die Schwachstelle stützen.

Immer stärkere Seile

Die so geflochtenen Schnüre kannst du nun wiederum flechten und das Seil so immer stärker und länger machen.

Flechten lernen mit Kindern

Flechten stellt große motorische Herausforderungen an Kinder (und Erwachsene). Gleichzeitig sind die hier einübbaren Fähigkeiten von großem Nutzen bei allerhand alltagspraktischer Tätigkeiten wie Schnürsenkelbinden und Knoten im Allgemeinen.

Um die Frustrationstoleranz nicht zu sehr auf die Probe zu stellen und frühe Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, steuern wir die Schwierigkeit über das verwendete Material. Unterschiedliche Farben für die drei Stränge erleichtern die Selbstkontrolle und machen das Ergebnis natürlich auch hübscher.

Warum nicht direkt mit Wolle und Stickgarn anfangen?

Wolle und Stickgarn ist zwar das angestrebte Ziel, weil leicht verfügbar und man tolle Armbänder daraus machen kann, stellt aber durch seine Eigenschaften direkt auch die größte Herausforderung dar:

  • dünn und schwierig zu greifen
  • leicht flexibel, bleibt nicht wo es hingeführt wurde
  • viele Flechtvorgänge sind nötig, um eine brauchbare Länge zu erhalten

Einmal gemeistert steht dir mit deiner Gruppe der Weg zu kompliziertem Flecht- und Knüpfwerk offen und ihr könnt gemütlich beisammensitzend die schönsten Armbänder knüpfen.

Befestigung

Damit kein Frust aufkommt, ist es wichtig, dass das Flechtmaterial gut befestigt ist. Eine gute Möglichkeit für Anfänger ist ein Klemmbrett. Dort kann der anfängliche Knoten einfach festgeklemmt werden und das Brett liefert direkt eine gute Unterlage. Das funktioniert auch mit Draht und Bast. Damit das Brett nicht rumrutscht, kann man es mit der Unterkante in die Beuge zwischen Beine und Bauch setzen und dann schräg auf der Tischkante auflegen.

Alternativ kann später die Wolle auch mit einer Sicherheitsnadel an der Hose befestigt werden. Die am Bein herunterrutschenden Fäden stellen aber für den Anfänger ein unnötiges Hindernis dar. Vorteil ist aber, dass nichts verrutschen kann.

Was mäßig funktioniert ist das Festkleben mit Klebeband auf dem Tisch. Anfänger ziehen oft unnötig fest an den Schnüren und das Klebeband löst sich.

Draußen sitzend finden sich mit Treppen, Bänken, Zäunen und Co. häufig gute Gelegenheiten, die Fäden festzuknoten.

Chenilledraht / Pfeifenputzer

Pfeifenputzer sind fast schon das Gegenteil der Wolle. Sie bleiben, einmal gebogen, in der gewünschten Form, lassen sich leicht greifen und einmal alle drei Stränge übergelegt hat man schon über einen cm Strecke geschafft. Aus dem geflochtenen Chenilledraht lassen sich zum Beispiel durch Ankleben von Flügeln und Kopf Libellen und Schmetterlinge basteln. Der geflochtene, bunte Draht kann zu Buchstaben und Zahlen gebogen werden oder als Arme und Beine für gebastelte Figuren benutzt werden. In jedem Fall gibt es ein schnelles Erfolgserlebnis.

Da drei Chenilledrähte recht schnell geflochten sind und zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich eh noch viel Anleitung nötig ist, kannst du auf eine komplizierte Befestigung auch verzichten und die Drähte am Ende einfach für das Kind halten.

Bast

Bast ist etwas widerspenstiger, erleichtert das Flechten aber ebenso wie Chenilledraht durch seine Formstabilität. Zwar ist Bast flexibler als Draht, doch entsteht beim festen Überlegen immer ein Knick im Material, wo sich der Bast dann auch später wieder als erstes faltet. Selbst wenn sich also das Geflochtene wieder löst, weil ein Strang aus den Fingern rutscht, flutscht der Bast fast von selbst wieder in die ursprüngliche Form zurück, wenn das Kind die Stränge wieder aufnimmt. Bast gibt es ebenso wie Chenilledraht in vielen Farben und lässt sich geflochten auch ähnlich weiterverwenden.

Dicke Kordel und Seil

Wenn das Kind nun schon grundsätzlich verstanden hat, wie das Flechten funktioniert und sich über erste Ergebnisse freuen konnte, führen wir mit dickerer und damit leicht zu greifender Schnur eine neue Materialeigenschaft ein. Ebenso wir das eigentlich angestrebte Stickgarn erinnern sich Kordel und Seil nicht an ihre vorherige Form. Das bedeutet vor allem, dass man hier die Spannung in zwei Richtungen halten muss, zu sich hin, aber auch ein wenig nach außen. Die Spannung nach außen bestimmt nämlich, wie eng unser Flechtwerk geknüpft ist.

Aufgrund der Dicke ist Seil aber immer noch deutlich leichter zu greifen. Seile und Kordel aus Naturmaterial wie Sisal oder Hanf ist zudem griffiger als zum Beispiel Kletterseil und auch in allen Stärken erhältich.

Meiner Erfahrung nach reicht eine kurze Übungsphase mit der dickeren Kordel, ehe du zu Wolle und Stickgarn übergehen kannst. Überspringst du diesen Schritt, musst du allerdings damit rechnen, dass das auf Spannung halten zu größeren Schwierigkeiten bei den dünneren Fäden führt.

Befestigen kannst du die Seile ganz gut zwischen zwei zusammengeschobenen Tischen. Klemm einfach die zusammengeknoteten Seite so ein, dass der Knoten unter den Tischplatten ist und dann auf dem Tisch geflochten wird.

Stickgarn und Wolle

Kommen die Kinder nach den Vorübungen hier an, sollte es keine größeren Probleme mehr mit den dünneren Schnüren geben. Nebeneffekt ist, dass du schon einiges an Deko mit deiner Gruppe gebastelt hast. Bei Eltern oder deiner Lehrerin den Eindruck zu erwecken, dass du planvoll vorgehst, kann sicher auch nicht schaden. 😉

Mit Kindern Pompoms basteln

Pompons sind kuschelweiche, kleine oder große oder sogar riesige Bällchen aus vielen einzelnen Wollfäden. Direkt damit spielen finden die Kleinen super, man kann aber auch tolle Tiere damit basteln.

Kurzanleitung:

  1. Zwei Pappringe aufeinanderlegen
  2. Ringe mit Wolle umwickeln, bis das Loch komplett mit Wolle ausgefüllt ist
  3. Fäden außen durchschneiden
  4. Faden zwischen den Pappringen zusammenknoten
  5. Pappringe entfernen
  6. ggf. den Pompon noch etwas in Form stutzen

Was du brauchst:

  • Viel Wolle
  • Etwas zum Aufwickeln:
    • fertige Pompon-Sets, die man kaufen kann
    • selbstgemachte Ringe aus Pappe, dafür
      • Pappe (siehe unten)
      • ggf. spitze, kleine Schere oder etwas zum Ausstechen
  • Stabile Schere
  • ggf. Bindfaden

Pappringe selbst herstellen

Je nachdem wie und woraus die Ringe hergestellt sind, kann man sie einmal oder mehrfach benutzen.

Wiederverwendbare Ringe

Nachdem der Bindfaden, der die Fäden zusammenhält festgeknotet ist, müssen die Ringe irgendwie runter. Bei der Wegwerfvariante kannst du den Ring einfach aufreißen und bist fertig.

Pompon Ring einschneidenWillst du die Ringe nochmal benutzen, werden sie vorher an einer Seite durchgeschnitten. Damit das dann trotzdem hält, musst du eher festere Pappe benutzen, zum Beispiel die Rückseite eines Malblocks.

Zum Ausschneiden der Mitte solltest du eine spitze Schere nehmen, aber ehrlich gesagt ist es total nervig, die Mitte auszuschneiden, besonders, wenn du dich für härtere dickere Pappe entscheidest, die länger halten soll. Es hilft auch, wenn die Schere nicht zu lang ist und du eher kurze kleine Schnitte machst.

Für Kindergruppen empfehle ich eher die einfachen und geschlossenen Ringe.

Wegwerfringe

Die meisten Kinder werden es ohne deine Hilfe kaum schaffen, die offenen Ringe zu entfernen, ohne den Ring zu beschädigen und dann musst du eh neue machen.

Einfache, geschlossene Ringe lassen sich besonders leicht aus dünner, einfacher Wellpappe herstellen. Dafür zeichnest du zuerst den Außenrand auf und stichts dann mit einer Art Ausstecher die Mitte aus. Das Kind kann dann die entlang der Außenlinie die leicht zu schneidende Wellpappe selbst zuschneiden. Als Ausstecher kannst du prima den Deckel einer Olivenölflasche aus dünnem Blech nehmen.

Du drückst den Deckel auf die Pappe und drehst die Pappe im Kreis, während du den Ausstecher mit leichtem Druck festhälst. Das geht viel schneller und ist genauer, als mit der Schere auszuscheiden. Willst du es dennoch mit der Schere machen, vielleicht weil du das Loch größer oder kleiner haben willst, solltest du eine sehr spitze Schere benutzen.

Du kannst eine solche dünne Wellpappe häufig in Supermärkten finden, sie aber auch bei Händlern für Verpackungsmaterial in Form von großen Bögen bestellen. Diese werden bei der Verpackung in Kartons als Zwischenlage verwendet.

Tipp: Bei Aldi Süd (wahrscheinlich auch in vielen anderen Supermärkten) findest du große Bögen solcher Pappe bei den eingeschweißten Sechserpaketen Plastik-Mineralwasser-Flaschen zwischen den einzelnen Lagen auf den Paletten.

Abmessungen der Ringe

Große Ringe machen große Pompons, kleine machen kleine? Ganz so einfach ist Pompons Maßees nicht.

  • Der Radius eines Pompons, also die Größe ergibt sich aus der Breite des Pappstreifens/-Rings.
  • Die Größe des Lochs bestimmt, wie viel Wolle du wickeln kannst/musst, ehe der Pompon fertig ist. Große Innendurchmesser machen also besonders dichte Pompons, kleine eher lockere.

Das Wickeln

Besonders leicht lassen sich die gekauften Plastik-Sets wickeln, da die Wolle nicht durch ein Loch gefädelt werden muss. Besonders, wenn du Massen an Pompons herstellen willst oder eher ungeduldige oder motorisch nicht so fitte Kinder hast, könnte sich die Anschaffung solcher Sets daher lohnen.

Mir gefällt eher die selbst hergestellte Variante, bei der du je nach Wickeltechnik verschiedene Fertigkeiten fördern kannst. Mit einigen Tricks kannst du zum Beispiel das Wickeln enorm beschleunigen. Das Erfolgserlebnis stellt sich schneller ein, aber natürlich wird Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz damit weniger trainiert. Entscheide selbst, was für dich im Vordergrund steht.

Offene oder Geschlossene Ringe?

Bei geschlossenen Ringen muss der Faden durch das Loch geführt werden. Besonders gegen Ende, wenn das Loch immer kleiner wird, stellt das Durchführen des Fadens eine neue motorische Herausforderung dar.

Die Frage, ob es fertig ist, wird sicher immer wieder gestellt werden. Ich mag als Maßstab hierfür die Frage: „Kannst du noch einen Finger durchschieben?“ Die Kinder können so ihren Fortschritt selbst beurteilen und der Vergleich verschieden dicker Finger kann für so manche Lacher und gute Laune sorgen.

Bei den gekauften Pompon-Sets kann dagegen in Windeseile gewickelt werden, ähnlich dem Aufwickeln eines Wollknäuels. Die Herstellung ist weder motorisch anspruchsvoll, noch muss man sich besonders auf die Arbeit konzentrieren. Macht Sinn, wenn viele Pompons gemacht werden sollen.

Ponpon Ring mit KerbenOffene Pappringe erlauben das durchführen des Fadens, das Wollknäuel muss nicht durch das Loch gestopft werden. Das kannst du erleichtern, indem du ein Stück des Kreises ausschneidest. Damit die Wolle an den Enden der Schablone nicht abrutscht, solltest du auf beiden Seiten eine Kerbe anbringen.

Ende Anknoten oder festwickeln?

Ist der Faden zu Ende, reicht es völlig, mit dem neuen Faden feste über das Ende des alten Fadens zu wickeln. Da die Fäden später am Außenrand durchgeschnitten werden, löst sich schlimmstenfalls das ein oder andere Stückchen Faden.

Manchen Kindern fällt dieses Drüber-Wickeln schwer. Dann bietet sich an, den alten und den neuen Faden zu verknoten. Gerade bei Kindern, die bisher noch keinen Knoten knüpfen können, kann es sich aber auch lohnen, den Drüber-Wickel-Trick bewusst noch zu verheimlichen. So habe ich einige, bisher an Knoten völlig uninteressierten Kindern den einfachen Knoten beibringen können.

Je nach Länge der Wollstücke, zum Beispiel bei der Verwertung von Resten ergeben sich so viele Gelegenheiten, den Knoten oder das Auf-Spannung-Halten des Fadens bei Überwickeln zu üben.

Faden einfach, doppelt, viefach, etc. legen

Legst du den Faden doppelt oder vierfach, beschleunigt sich das Wickeln enorm und du sparst dir sogar den ersten Knoten / das erste Drüber-Wickeln am Anfang, indem du das Fadenbündel durch die Schlaufe am Ende des Bündels führst. Das Gleiche kannst du über dem Ende eines Fadenbündels machen und damit dieses direkt fixieren.

Fäden außen durchschneiden

Nimm eine stabile, scharfe Schere!

Versuch auf jeden Fall, mittig zu schneiden, damit die Fäden nachher auf  beiden Seiten gleich lang sind. Dabei kannst du dich orientieren, indem du die eine Klinge der Schere zwischen die beiden Pappen führst. Je nachdem, wie eng gewickelt wurde und wie wenig dehnbar die Wolle ist, ist es schwer, die Schere dazwischen zu bekommen.

Geht es garnicht anders, kann ein Cutter-Messer die Wolle gut schneiden. Die Klingen sind so scharf, dass sie die straff gespannte Wolle ohne Probleme schneiden. Ich persönlich mag es aber nicht, wenn so schafte Messer auf dem Basteltisch liegen, pass bitte gut auf, dass kein Kind das Messer in die Finger bekommt!

Wenn die Wolle eher locker gewickelt wurde und das Loch nicht ganz ausgefüllt ist, besteht die Gefahr, dass sich die Fäden jetzt lösen!

Bindfaden zwischen die Pappen knoten

Je nachdem, wie reißfest die verwendete Wolle ist, kannst und solltest du die gleiche Wolle auch hierfür nehmen. Sicher ist das am hübschesten, da der Bindfaden dann garnicht auffällt, wenn er erst gekürzt ist. Sollte die Wolle schnell reißen nimmst du entweder einen anderen, reißfesteren Faden oder mehrere Fäden der Wolle parallel.

Zieh den Knoten sehr fest, damit sich der Pompon nicht gleich wieder auflöst, vor allem, wenn kein Tier damit gebastelt, sondern nur so gespielt wird. Der Pompon wird garantiert geworfen werden und es wäre doch schade, wenn er das nur einmal aushält.

Zurechtstutzen des Pompons

Warum zurechtstutzen?

Aus zwei Gründen:

  1. Der Pompon wird nicht ganz gleichmäßig rund sein. Wenn du die zu lang herausstehenden Fäden stutzt, wird es einfach hübscher.
  2. Für viele Pompon-Basteleien benötigst du besonders dichte Pompons. Diese erhälst du, wenn du den fertigen Pompon rund herum um mehr oder weniger einen cm stutzt. Dann hast du im Vergleich zu einem gleich kleinen Pompon, der mit kleineren Ringen gemacht wurde, eine deutlich höhere Fadenzahl und damit Dichte.

Außerdem macht es Kindern total Spaß, ihrem Pompon die Haare zu schneiden, was man ja weder bei Puppen, noch bei sich selbst darf.  😉

Was man alles mit den fertigen Pompons machen kann

  • Glas- oder Kulleraugen aufkleben
  • Perlen und Knöpfe als Augen und Nasen annähen
  • Aus Filz entstehen Ohren, Füße, Mündern und Pfoten, einfach zwischen die Fäden geschoben ankleben
  • Arme und Beine lassen sich gut aus Chenilledraht (Pfeifenputzer) herstellen
  • Für hängende Arme und Beine eigenet sich geflochtene Wolle
  • Nasen mit Schnurrhaaren machst du mit einer Perle, durch die du mehrmals Stücke Lackdraht fädelst und dann die Perle festnähst
  • Für längliche Tiere kannst du mehrere Pompons aneinanderknoten, nimm einfach den Faden, mit dem der Pompon gebunden wurde.
  • Kleinere Pompons bilden die Augen, den Kopf oder kleine Stummelfüße und -Arme

Andere Materialien

Eigentlich eignet sich alles, was sich wie ein Wollfaden verhält. Du kannst alles anstelle der Wolle verwenden, was diese drei Kriterien erfüllt:

  1. Biegsam (eben keine Stöcke, Draht, etc.)
  2. Lässt sich durch den Bindfaden zusammenpressen (keine Seile o.ä.)
  3. Nicht zu rutschig. (Nilonfaden oder so würde einfach rausrutschen)

Was gut geht:

  • Stoffstreifen: So lassen sich auch riesige Pompons machen
  • Krepppapierstreifen

 

Konstruieren mit Zahnstochern

Zwei Varianten, Zahnstocher miteinander zu verbinden und schon entstehen interessante geometrische Formen und Möglichkeiten, zu konstruieren:

  • eingeweichte Erbsen
  • Knetkügelchen

Eingeweichte Erbsen

Du weichst ein Paket Erbsen über Nacht in Wasser ein und schon hast du perfekte Verbinder für die Zahnstocher. Am nächsten Morgen haben sich die Hülsenfrüchte vollgesogen und sind weich genug, dass die Zahnstocherspitze eindringen kann. Gleichzeitig sind die Erbsen noch so stabil, dass auch mehrere Zahnstocher hineingestochen werden können. Die breiter werdenden Zahnstocher geben mit den größer werdenden Widerstand gute taktile Rückmeldung und die Kinder merken schnell, wie tief sie die Spitzen versenken können, ohne dass die Erbse zerbröselt.

Zahnstocher Erbsen GrundformenOhne Anleitung und Vorschläge entstehen wahrscheinlich erst einmal Ketten. Nachdem die Kleinen aber gesehen haben, dass sich zweidimensional zum Beispiel Dreicke und Quadrate konstruieren lassen, finden sich schnell erste Nachahmer. Die dritte Dimension wird von den interessierteren Kindern ebenso schnell erschlossen. So entstehen, nur durch die zur Verfügung stehenden Materialien wie von selbst Häuser, Brücken, Sterne und Pyramiden.

Die Erbsen halten sich bei Zimmertemperatur ein paar Tage, ehe sich am leicht alkoholischen Geruch erkennen lässt, dass die Erbsen nicht mehr gut sind. Im Kühlschrank wird dieser Fermentierungsprozess durch die niedrigeren Temperaturen um ein paar Tage herausgezögert, auch Schimmelpilze verbreiten sich so viel langsamer.

Konstruieren mit Zahnstochern und Knetkügelchen

Werden die gleichen geometrischen Formen mit Knetkügelchen hergestellt, lassen sich nicht nur mehr Zahnstocher in einem Verbindungsknoten unterbringen, wo Erbsen längst zerbröselt wären, sondern es entsteht die Möglichkeit zu spannendem Experimentieren.

So kann eine Brück tatsächlich einstürzen und die Kinder erfahren direkte Rückmeldung über die Stabilität bestimmter Konstruktionen. Dreiecke und Pyramiden aus Dreiecken sind etwa deutlich stabiler als Quadrate und Würfel.

Gerade den Vorschulkinder können dann nach einer offenen Experimetierphase auch Aufgaben gestellt werden. Ein paar Beispiele mit steigender Schwierigkeit:

  • Brücke über einen reißenden Fluß aus Papier. Neben den Zahnstochern dürfen auch Schaschlikspieße verbaut werden.
  • Gleiche Aufgabe nur mit Zahnstochern.
  • Unterschiedlich breite Flüsse.
  • Brücke soll einen Fahrbelag haben, über den ein kleines Spielzeugauto fahren kann, vielleicht eines dieser kleinen ferngesteuerten Autos.
  • Die Brücke soll Gegenstände steigenden Gewichts tragen.

Ähnliche Aufgaben lassen sich auch mit anderen Materialien, zum Beispiel Streben aus längs gerolltem oder gefaltetem Papier stellen und bewältigen.

Viel Spaß!